Der Fall Luther

Zur Aufführung von Karl-Heinz Komm "Der Fall Luther"

500 Jahre Reformation: Ein Grund sich mit einem monumentalen und zugleich musealen Thema wie dem "Fall Luther" zu befassen, so scheint es. Doch um ein Bühnenweihfestspiel wie es sie durch das gesamte 19. Jahrhundert und bis weit hinein in das 20. zuhauf gegeben hat, handelt es sich bei diesem Schauspiel von Karl-Heinz Komm nicht. Luther wird nicht verklärt, weder national noch konfessionell, so wenig er andererseits ideologisch einfach eingeordnet und abgeurteilt wird ("Fürstendienen").

In einer fiktiven Gerichtsszene wird Luther kurz vor seinem Tod mit der Frage konfrontiert, ob er nicht die Bauern, die sich auf ihn berufen hatten, an die Fürsten verraten habe und damit Schuld auf sie geladen habe. Zur Verdeutlichung und Veranschaulichung wird auf sämtliche Lebensstationen, die für sein Leben und seine Lehre wesentlich wurden, durch Spielszenen ein klärendes Licht geworfen. Kein "Strahlemann'' und kein klägliches Versagen entsteht so auf der Bühne, sondern das, was C. F. Meyer einen Zeitgenossen Luthers, Ulrich von Hutten, sagen lässt: "Ich bin kein ausgeklügelt Buch, ich bin ein Mensch in seinem Widerspruch."

Die Aktualität des Stückes braucht nicht  lange gesucht zu werden, denn die Parallelen zwischen damals und heute sind verblüffend: Eine Zeit des Umbruchs, in der lange gültig Gewesenes zerbricht und das Kommende sich eher dunkel drohend als verheißungsvoll ankündigt.

Und da beginnt die Suche nach einem verlässlichen Grund.

E. M. Strieter

Theater im Zentrum

Nach mehreren vergeblichen Anläufen gelang es 1984 Pfarrer E.M. Strieter, eine Theatergruppe zu gründen. Diese besteht seit damals aus einem harten Kern von etwa zehn Personen. Bei Bedarf „engagieren“ wir uns weitere Mitspieler hinzu. Manche bleiben dann erfreulicherweise bei uns „hängen“. Und bei manchen Aufführungen war die ganze Pfarrfamilie mit „von der Partie“. Zum möglichst guten Gelingen holen wir uns immer wieder fachliche Hilfe und Beratung von „Profis“.

 

Wir spielen im geschlossenen Raum des Evangelischen Gemeindezentrums, wagten uns aber für zwei Inszenierungen (Salzburger Große Welttheater, Jedermann) auch ins Freie, vor die Veitskirche. Leider ist dieser Platz nicht mehr bespielbar. Ob sich vielleicht andere Open-Air-Spielorte auftun, muss die Zukunft weisen.

 

Wir sind nicht größenwahnsinnig und wollen keinem Staats-, Stadt- oder Landestheater Konkurrenz machen; wir lassen daher auch die Finger von der Hoch-Klassik, andererseits grenzen wir uns ab von Radau- und „Schenkelklatsch“-Komik, aber auch aufdringlich-erbaulichem „christlichem“ Laienspiel. Dennoch wollen wir sowohl erheitern als auch zum Denken herausfordern, wobei der Bezug zu sonstiger seriöser kirchlicher Arbeit durchaus vorhanden ist. Wir sind im übrigen bedacht auf einen Wechsel zwischen ernst und heiter sowie zwischen Hochsprache und Dialekt.

 

Da die Mitglieder des Ensembles überwiegend berufstätig sind, können wir uns bis kurz vor den Aufführungen nur einmal pro Woche treffen und bringen pro Jahr eine Inszenierung heraus. Die Kulissen und Kostüme werden z. Teil in Eigenfertigung hergestellt und zum Teil gemietet.

Das letzte Stück, das wir spielten war „Hin und Her“ von Ödön von Horváth (siehe Bild). Mit feinem, hintersinnigem Humor begeisterte es das Publikum.

Das nächste Stück, das wir spielen, ist anlässlich der 500 Jahr-Feier der Reformation "Der Fall Luther".

Die Aufführungen finden statt am:

13.10.2017

14.10.2017

20.10.2017

21.10.2017

Beginn jeweils um 19.30 Uhr im Großen Saal des ev. Gemeindezentrums in Ebersbach, Zeppelinstraße 38. Wir würden uns freuen, wenn wir Sie an einem dieser Abende bei uns begrüßen dürften.

 

Und so sieht unser Spielplan seit 1985 im Einzelnen aus:

Fitzgerald Kusz                                       Sei still Kerle (Konfirmandafest)

J.B. Priestley                                           Ein Inspektor kommt

Anton Tschechow                                    Der Bär / Der Heiratsantrag

Manès Kadov                                          Das Kabarett des Teufels

Thierry Maulnier                                      Der Prozess der Jeanne d `Arc

J.M. Enderle/Moliere                               Der Schwäbische Tarfuffe

H. v. Hofmannsthal                                  Das Salzburger Große Welttheater

H. v. Hofmannsthal                                  Jedermann

F. Th. Csokor                                           Heb den Stein ab

Fritz Hochwälder                                     Der Unschuldige

Ödön v. Horvàth                                      Der jüngste Tag

Leo Griebler                                            Du wirst nicht gefragt

Friedrich Dürrenmatt                               Play Strindberg

Agatha Christie                                       Mord an Bord

Max Frisch                                              Biedermann und die Brandstifter

M. Eichhorn                                             Der Tod im Birnbaum

Friedrich Dürrenmatt                               Die Physiker

Karl Wittlinger                                          Heiligs Blitzle

Marius Leutenegger                                Aperitif mit dem Teufel

Karl-Heinz Komm                                    Der Fall Luther

Fitzgerald Kusz                                       Dr letschte Wille

Fritz Hochwälder                                     Der Himbeerpflücker

Curt Flatow                                              Das Geld liegt auf der Bank

Thaddäus Troll                                        Der Entaklemmer

Ödön v. Horvàth                                      Hin und her

Kontaktdaten

Andreas Trischler

Email: tiz-ebersbach@vodafonemail.de

Tel.:  07163/532269